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Landesfinale Jugend debattiert in Stuttgart am 17.4.26

Taha Falahati erzielt beim Landesfinale einen hervorragenden 3. Platz! Eltern entscheiden viel für ihre Kinder, aber ist das alles automatisch auch gut für das Kind, nur weil es von den Eltern frei entschieden wurde?

Was ist, wenn die Eltern ihr Kleinkind zu Hause lassen, es die Sprache des Landes und das Miteinander mit anderen Kindern deshalb nicht lernt? Hat es dann nicht von Anfang an schlechtere Startbedingungen als andere Kinder? Ist das nicht ungerecht?
Der Elternwille ist in Deutschland ein hohes Gut. Trotzdem kann die Entscheidung der Eltern für ein Kind benachteiligende Folgen haben. Ist es dann das Recht des Staates regulierend einzugreifen, ist es vielleicht sogar seine Pflicht? Taha Falahati, Schüler der K2 am Goethe-Gymnasium vertrat die Position, dass der Staat strukturelle Benachteiligung verhindern müsse und sprach sich in der Finaldebatte des Landes Baden-Württemberg zur Streitfrage „Soll der Besuch eines Kindergartens für Kinder ab 3 Jahren verpflichtend sein?“ sehr engagiert und überzeugend dafür aus.
Er brachte die Debatte sachkundig voran, indem er auf den volkswirtschaftlichen Nutzen hinwies, der durch die staatliche Investition in Bildung entsteht - und diesen mit konkreten Zahlen dem Publikum im Großen Saal im Stuttgarter Rathaus vorrechnen konnte.
Rhetorisch sehr gewandt und beeindruckend eloquent sprach er sich für die Gleichberechtigung der Frau aus, die bei einer Kita-Pflicht bessere Möglichkeiten hat, sich beruflich zu entfalten, wie dies zum Beispiel bereits in Frankreich der Fall ist.

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Trotz der praktischen - und natürlich auch sehr sachkundig und fundiert vorgetragenen - Einwände der Contraseite, dass es bereits jetzt zu wenig Erzieher und Kita-Plätze gibt, plädierte Taha für eine eindeutige Priorisierung unserer Kinder: Sie sind unsere Zukunft und müssen uns auch etwas kosten.
Die gesamte Debatte, geführt von den vier Siegern der Landesqualifikation „Jugend debattiert“, die bereits am 27.3.26 in der Landeshauptstadt stattgefunden hatte, wurde von den Oberstufenschülern sehr aspektreich und engagiert geführt und war für das Publikum äußerst spannend zu verfolgen.
Taha erreichte mit seinem Können einen dritten Platz und darf sich darüber freuen, unter den ca. 20 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ zu den drei Besten zu gehören: Ganz herzlichen Glückwunsch!

Sabine Wittmann, Goethe-Gymnasium Freiburg, Schulkoordinatorin Jugend debattiert

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Anbei: Foto nach Urkundenverleihung mit der Landtagspräsidentin Frau Muhterem Aras (2. von links), unserem K2-Schüler vom Goethe-Gymnasium Taha Falahati (4. von links), der Landessiegerin Katharina Heinen (dritte von rechts) und Dr. Jonathan Bock (rechts), dem Leiter von Jugend debattiert

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